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Fastenzeit, Osterzeit

 
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Heidi



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 01.07.2011
Beiträge: 5220

Wohnort: Gaimersheim/Lipp.

Nickpage
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BeitragVerfasst am: 18.03.2012 15:22    Titel: Antworten mit Zitat

Fastenzeit und Ostern




Aschermittwoch – Die Kinder gingen von der Schule aus in die Kirche, wo es dann das Aschenkreuz gab. Es begann die vierzigtägige Fastenzeit.
In dieser Zeit gab es nur selten Fleischspeise und man durfte sich nur zweimal am Tag satt essen.

Am letzten Freitag vor dem Palmsonntag, dem Schmerzhaften Freitag, pilgerten manche Gläubige zum Muttergottesbild in der Gottlober Friedhofskapelle.

Der Sonntag vor dem Palmsonntag war als Schwarzer Sonntag bekannt. Von diesem Tag am waren die Fahnen, das Altarbild und die Kreuze in der
Kirche mit schwarzem oder violettem Tuch verhüllt.

Das Osterfest hatte im Brauchtum seinen bestimmten Platz.

Am Gründonnerstag mittags verstummten die Glocken, den Kindern sagte man: „Die sin uf Rom (Radna) beichte gfloo!“ Im 19. Jahrhundert scheint im
Glockenturm eine große Klapper gewesen zu sein, 1863 wird sie noch bezeugt, daneben gab es auch zwei kleine in der Sakristei.
Jetzt bekann die Zeit der Raspelbuben. Jedem Ministranten wurde eine Gasse zugewiesen, er (der „Herr“) nahm sich eine Hilfskraft (den „Knecht“) auf,
der gewöhnlich am Karsamstag dreißig Lei und dreißig Eier bekommen hat. Die Buben machten mit ihren aus Holz gefertigten Raspeln viel Lärm.
Sie nahmen an den Straßenkreuzungen Aufstellung, immer, wenn die Glocken sonst läuteten, gab die Gruppe in der Dorfmitte ein Handzeichen, worauf
in der Gasse das ohrenbetäubende knarrende Geräusch anhub, das die Hunde zur Verzweiflung brachte.


Karfreitag war ein strenggehaltener Fasttag, an dem auch keine Arbeit !in der Erde“ durchgeführt wurden durfte. Im Gotteshaus fand die Grablegung des
Heilands statt, indem der Priester das Altarsakrament in das heilige Grab trug. Das dort aufliegende Kreuz wurde von den Gläubigen angebetet und an den
fünf Wunden geküsst. Es hielten auch Schulkinder Wache am Grab. Um sechs Uhr abends brachte der Priester das Allerheiligste in den Hauptaltar zurück.

Karsamstag (siehe auch mein u.g. Beitrag) wurde der Weingarten geschnitten und Haus und Hof in Ordnung gebracht. Frauen und Mädchen waren mit Kochen
und Kuchen backen vollauf beschäftigt.

In der Abenddämmerung fand die Auferstehungsprozession statt.
Ihre Aufstellung: Vorne ein Ministrant mit dem Kreuz und zwei mit Fahnen. Dann folgten die Schulkinder mit ihren Lehrern, der Jugendverein und Mädchenkranz,
die Musikkapelle und Feuerwehr mit Fahne und der Kirchenchor mit dem Kantorlehrer. Nun kam der von vier Männern getragene Baldachin, unter dem der Pfarrer
mit der Monstranz und viele Ministranten gingen. Neben dem „Himmel“ schritt der Mesner als „Dorfältester“ mit der Statue des auferstandenen Heilands. Dahinter
kamen Ortsrichter und Ortsvorstand, dann reihten sich Männer und Frauen ein. Die Fenster der Häuser in der Hauptgasse, wie die Prozession vorüber zog, waren
mit Kerzen festlich beleuchtet und mit Topfblumen prächtig geschmückt. Der Zug hielt an vier Ecken, der Seelsorger segnete mit dem Allerheiligsten die knieende
Menge nach den vier Himmelsrichtungen und damit das ganze Dorf. Mit dem Lied „Großer Gott wir loben Dich“ fand der Festzug seinen Abschluss in der Kirche.
Vor dem Portal spielte die Musikkapelle schöne Marschlieder, bis alle Prozessionsteilnehmer das Gotteshaus verlassen hatten.

Der Ostersonntag war ein lang ersehnter Freudentag für die Kinder, die schon am Karsamstagnachmittag Nester aus Klee oder Gras bereiteten, damit der „Haas“
viele Eier hineinlegen könne. Nach dem Mittagessen ging die Familie auf den Friedhof, dann zu den Großeltern, zu den Paten, wo das „Oschtersach“ auf die Kleinen wartete.

Am Ostermontag war „Meedlschpritze“. Nach der Messe gingen die Burschen zu ihren Mädchen und bespritzen sie mit Parfüm. Sie wurden anschließend mit Kuchen
und Likör bewirtet. Manch ahnungslose Mädchen wurde in der Früh mit einem Eimer Wasser überschüttet, da dass es die Kleidung wechseln musste. Dieser Tag
wurde „Emaustag“ genannt. Am Nachmittag wurde, wenn es das Wetter erlaubte, eine ausgiebige Fahrt durch den ganzen Hotter unternommen, um die Saat zu
besichtigen. Es war auch eine Gelegenheit für die Bäuerinnen, die sonst weniger auf das Feld kamen, die Schönheit der Felder zu bewundern.
Einen Tag später war „Buuwespritze“.
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Heidi



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 01.07.2011
Beiträge: 5220

Wohnort: Gaimersheim/Lipp.

Nickpage
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BeitragVerfasst am: 18.03.2012 15:46    Titel: Antworten mit Zitat

Am Karsamstag nach dem letzten Raspeln zur Messe machten sich die Gruppen zum Sammeln auf.
Jede ging in ihrem Viertel (Gass) von Haus zu Haus und rezitierten folgendes Sprüchlein:

"Ihr Leit, ihr Leit, ihr liewe Leit.
Mir khumme zur heiligen Osterzeit.
Git uns Aajer, git uns Geld,
Oder, was eich schunscht gefällt.
Nor khe Schlee, die Schlee die tut ja wee.
Glick ins Haus, Unglick raus
Aajer oder Geld heraus
Oder mer schloon e Loch ins Haus!"

Daraufhin bekamen sie von den Hausfrauen Ostereier und Geld. Nachdem alle Häuser abgesammelt waren, wurden die Geschenke gleichmäßig aufgeteilt.
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melitta



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 11.03.2012
Beiträge: 3

Wohnort: München

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BeitragVerfasst am: 08.04.2012 17:18    Titel: Antworten mit Zitat

SUMMER SUMMER MOJE
DIE BUWE WOLLE OIER
DIE VEILCHEN UND DIE BLUME
DER SUMME WERD SCHUN KUMME



GIBT UNS EIER GIBT UNS GELD
ALLES WAS UNS SO GEFÄLLT
NUR KA SCHLEE DIE TUT SO WEH
HUPS MER ALLE IN DIE HEH


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Astrid



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Anmeldungsdatum: 17.07.2011
Beiträge: 99

Wohnort: Regensburg

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BeitragVerfasst am: 08.04.2012 17:31    Titel: Antworten mit Zitat

Bei uns in Uihel han se gsung:

,,Ihr Leit, ihr Leit , ihr liewi Leit,
  mir kumme zu de Oschterzeit.
  Gibt uns Oier, gibt uns Geld,
  alles was Eich nur gefällt,
  nor ke Schlee die tut so weh.

  Des Lied is aus,
  Glück ins Haus,
  Unglück raus,
  bringt uns a Dutzend Oier raus
  oder mir schlon a Loch ins Haus."



_________________
Liebe Grüße!      
                                    
,,Heimat haben ist etwas Großes, Heimat sein ist das Größte, was ein Mensch vergeben kann" (Quelle unbekannt)
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Linde



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Anmeldungsdatum: 05.07.2011
Beiträge: 2314

Wohnort: Ingolstadt

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BeitragVerfasst am: 08.04.2012 17:57    Titel: Antworten mit Zitat

Genau Astrid so haben sie bei uns in Grabatz auch gesungen



_________________
A Herzlicha Gruß vum Linde
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RALPH010



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 28.05.2012
Beiträge: 261



Nickpage
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BeitragVerfasst am: 25.03.2013 20:21    Titel: Antworten mit Zitat

Heidi hat Folgendes geschrieben:

Daraufhin bekamen sie von den Hausfrauen Ostereier und Geld. Nachdem alle Häuser abgesammelt waren, wurden die Geschenke gleichmäßig aufgeteilt.




odder wentz niks ginn hat hammer a poar (rohe oder faule) ooijer uf de hausgewll gworf

des woare jetzt joar die selwe "kandidoate" di niks gin wollte un jetz joar han se fun untz a poar ooijer kriet :)

ban.27.10.gif  ban.27.10.gif  ban.27.10.gif  ban.27.10.gif  ban.27.10.gif



@ Astrid

hast du nuch de Grawatzer Josch (Gänger Josch) gekennt ??



_________________
Habe die Ehre



Ralph von Temeswar
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Kümmel



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Anmeldungsdatum: 06.02.2013
Beiträge: 31

Wohnort: Österreich

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BeitragVerfasst am: 27.03.2013 23:20    Titel: Antworten mit Zitat

So viel hat sich da gar nicht verändert!!!
Nur die Fastengebote sind anders. Nur mehr Aschermittwoch und Karfreitag sind strenge Fasstage mit einmaliger Sättigung!
Und das Verhüllen der Kreuze findet am5 Fastensonntag statt!

Bei uns heißen die Kinder, die statt der Glocken zum Gebet oder Gottesdienst rufen- Ratschenkinder und die Lärmmacher sind die Ratschen!
"Wir ratschen, wir ratschen zum englischen Gruaß,
den jeder katholische Christ betttn muass!
Foillts nida, foillts nida auf eichere Knia, bets drei Vater unser und a Ave Marie!
Und dann lärmen die Kinder mit den Ratschen!

Lieben Gruß
Monika


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